Verkehrsführung - Einvernehmen erforderlich

Veröffentlicht am 13.08.2025 in Mobilität

Die Fraktionen der SPD und von Bündnis 90/Die Grünen im Lahnsteiner Stadtrat haben einen Antrag gestellt, in dem die Verwaltung aufgefordert wird, dem Stadtrat wesentliche Verkehrsmaßnahmen zur Beratung und Beschlussfassung vorzulegen. Grundlage ist § 45 Absatz 1b Nummer 5 der Straßenverkehrsordnung. Demnach können Straßenverkehrsbehörden die Nutzung bestimmter Straßen aus Gründen der Sicherheit oder Ordnung des Verkehrs beschränken, verbieten oder umleiten. Maßnahmen, die der städtebaulichen Entwicklung dienen oder dem Schutz der Wohnbevölkerung vor Lärm und Abgasen, erfordern jedoch das Einvernehmen mit der Gemeinde.

 

 

Die beiden Fraktionen sehen diese Einvernehmenspflicht als gegeben an, erklären die Fraktionsvorsitzenden Jutta Niel (Grüne) und Jochen Sachsenhauser (SPD), da die derzeitige Verkehrsführung nach ihrer Auffassung direkte Auswirkungen auf Emissionen, Verkehrsverlagerungen und die städtebauliche Struktur hat. Die Verkehrsführung war ursprünglich im Zusammenhang mit der Sperrung der B42-Hochbrücke von der Stadtverwaltung eingeführt worden und soll in großen Teilen als `Ringlösung´ beibehalten werden.

SPD-Stadtrat Herbert Fuß betont, dass die derzeitige Verkehrsführung nicht grundsätzlich verworfen werden müsse, aber einer demokratischen Legitimation bedürfe. Der Stadtrat könne ihr zustimmen, Veränderungen beraten oder auch die Rückkehr zur vorherigen Verkehrsführung beschließen. Es gehe um eine offene, transparente Abwägung von Vor- und Nachteilen, die breit diskutiert werden müsse. Weitere Optionen sollten ebenfalls ernsthaft geprüft werden, etwa eine abschnittsweise Gegenläufigkeit in der Ostallee oder eine durchgehende, beidseitige Befahrbarkeit der Wilhelmstraße. Auch die vorrangige Nutzung der Mittelstraße für den Radverkehr sei mehrfach vorgeschlagen worden – ein Vorschlag, der insbesondere bei einer erneuten Umkehrung der Adolfstraße sinnvoll wäre.

Zur Erarbeitung tragfähiger Lösungen schlagen die beiden Fraktionen die Einrichtung eines Runden Tisches vor. Daran sollten, so SPD-Stadtrat Herbert Fuß, neben Verwaltung und Politik auch unabhängige Verkehrsexpertinnen und -experten sowie Vertreterinnen und Vertreter der Bürgerschaft beteiligt werden. Ziel ist es, gemeinsam Ansätze zu finden, um mögliche Probleme der aktuellen Verkehrsführung zu beheben.

Darüber hinaus sprechen sich SPD und Grüne für eine breite Bürgerbeteiligung aus, damit die zukünftige Verkehrsführung in Lahnstein von einer möglichst breiten Mehrheit getragen wird.

 

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