Der zentral gelegene Marktplatz in Niederlahnstein steht nicht erst seit dem Umzug der Feuerwache in das neue Gebäude im Mittelpunkt der Bürgerdiskussion für eine Neuausrichtung zur sinnvollen Nutzung und Umgestaltung. Muß der Platz als Ausweichfläche bei Hochwasser, Aufstellung der Karnevalsvereine für die jährliche Kappenfahrt, Parkplatz für Anwohner und Kirchenbesucher im wesentlichen erhalten werden?
Die SPD setzt sich dafür ein, hier die Innenstadt neu zu beleben und geeignete Wohn- und Einkaufsmöglichkeiten für Jung und Alt, Gesunde und pflegebedürftige Menschen zu schaffen. Dafür steht im Stadtteil Niederlahnstein mit dem Marktplatz eine großzügige städtische Fläche zur Verfügung. Auch können eine Vielzahl von Parkplätzen erhalten werden.
In der Rhein-Zeitung vom 24.11.2014 erschien der nachstehende Leserbrief, der auf einen Bürgerbrief an die Rhein-Zeitung aufbaut.
Herr Müller aus Lahnstein hat die Forderung nach Erhalt des Marktplatzes und die vorrangige Schließung von Baulücken in Niederlahnstein gefordert.
Die Baulücke in der Brückenstraße gehört nicht der Baugenossenschaft, insofern müsste die Forderung an den jetzigen Grundeigentümer gerichtet werden, soweit bekannt eine zu Trier gehörende kirchliche Einrichtung. Der Marktplatz ist Stadteigentum, darum gehört er auch in die Stadtentwicklung einbezogen.
Die Zukunftsinteressen der Bürgerinnen und Bürger richten sich nicht an Fest- oder goßflächigen Parkplätzen aus. Ihr Interesse gilt zunehmend doch immer mehr den gemeinschaftlichen Wohnprojekten. Wohneinheiten, die die drängenden Fragen wie z.B. gestalten wir das Leben von Jung und Alt beantworten. Wo gibt es Platz für ältere Menschen, einen Platz für ein selbstbestimmtes Leben , auch und gerade für alleinstehende und pflegebedürftige Personen. Projekte, die unsere Innenstädte wieder mit Leben füllen, nicht mit Autos.
Wohnen und Pflege kosten auch heute schon viel Geld. Aufgabe der Politik ist es, Investoren für Lahnstein zu finden, die für eine breite Schicht der Bevölkerung diese notwendigen bezahlbaren Einrichtungen schaffen. Die für den Marktplatz angedachten Überlegungen können diese Bedürfnisse möglicherweise bedienen, hier sollten wir auf unsere Stadträte Einfluss nehmen, daß eben nicht nur besserbetuchte Nutznießer werden.
Wenn von den heutigen Parkplätzen einige zugunsten eines generationsübergreifenden Projektes geopfert werden müssen, dann ist dies ein zahlbarer Preis für eine gemeinsame Zukunft von Jung und Alt, Gesunden und Hilfsbedürftigen.
Und mit dem seit einiger Zeit in Lahnstein verbreiteten Gerüchten, die Kirche bzw. das Gemeindehaus St.Barbara haben einen Rechtsanspruch auf Parkplätze am Marktplatz, muss auch eine Klärung herbeigeführt werden.
Es gibt keine vertragliche Regelung zwischen der Stadt und der Kirchengemeinde, die eine Vorhaltung von Parkplätzen für Besucher des Gemeindehauses vorsieht. Zumindest ist dies so aus der Verwaltung zu hören.
Lothar Scheele