Für Fortbestand des Bergbaumuseums

Veröffentlicht am 30.08.2025 in Kommunales

SPD-Fraktion setzt sich für den Fortbestand des Bergbaumuseums in Friedrichssegen ein.

 

Die SPD-Stadtratsfraktion macht sich für den Erhalt des Bergbaumuseums im Ortsteil Friedrichssegen stark. In einem Antrag fordert sie, dass die Stadtverwaltung den städtischen Gremien konkrete Varianten zur Zukunft des Museums im Stadtteil Friedrichssegen vorlegt.

 

Die SPD hält den bisherigen Standort in der Nähe der Kläranlage für nicht zukunftsfähig, sieht den Verbleib des Museums im Ortsteil jedoch als unbedingt notwendig an. Deshalb soll die Verwaltung belastbare Kostenschätzungen, Zeitpläne, Angaben zu Fördermöglichkeiten und rechtlichen Fragen sowie mögliche Betreibermodelle erarbeiten. Als neue Standorte könnten insbesondere der Kirchraum neben der Grundschule Friedrichssegen, temporäre Modul-Lösungen oder weitere Flächen innerhalb des Ortsteils in Betracht kommen.

 

„Der Verbleib des Museums in Friedrichssegen ist uns ein wichtiges Anliegen. Die Geschichte des Bergbaus ist untrennbar mit dem Ort verbunden. Ein Museum am historischen Standort bietet zugleich die Möglichkeit, auch angemessen an die dunkelsten Kapitel der NS-Zeit und an die Deportation der jüdischen Bevölkerung in den letzten Kriegsjahren zu erinnern. Nur hier kann ein authentischer Lern- und Erinnerungsort entstehen“, erklärt SPD-Stadtrat Markus Graf.

 

 

In Friedrichssegen befand sich während der NS-Zeit die Bergarbeitersiedlung „Tagschacht“, in der auch Zwangsarbeiter untergebracht waren. Zahlreiche jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Lahnstein und der Region wurden 1942 in Ghettos und Konzentrationslager deportiert und dort ermordet. Seit 1996 erinnert ein Mahnmal in der Erzbachstraße an diese Opfer und an das Leid der Zwangsarbeit. Das Bergbaumuseum kann auch dazu beitragen, diese Verbrechen sichtbar zu machen und einen würdigen Lern- und Erinnerungsort im Ortsteil zu schaffen.

 

Die von der Verwaltung vorgeschlagene Verlagerung in das alte Rathaus nach Oberlahnstein wäre nach Auffassung der SPD nur bedingt geeignet, die museumspädagogischen Ansätze von Anschauung und Gedenken überzeugend umzusetzen. Vielmehr soll das Museum nach dem Willen der SPD künftig noch stärker als Lern- und Erinnerungsort wirken, der Besucherinnen und Besuchern die regionale Geschichte anschaulich und erfahrbar vermittelt. Markus Graf betont: „Das Bergbaumuseum ist ein wichtiger Bestandteil unserer regionalen Geschichte. Es ist unerlässlich, dass wir es vor Ort erhalten und weiterentwickeln. Gerade in Zeiten, in denen demokratische Werte unter Druck geraten, ist es wichtig, die Erinnerungskultur zu stärken. Das Bergbaumuseum Friedrichssegen bietet die Möglichkeit, Geschichte lebendig zu bewahren und gleichzeitig ein starkes Signal der Aufklärung und des Gedenkens zu setzen.“

 

Ein durchdachtes Besuchskonzept könnte den Museumsbesuch künftig mit einer anschließenden Spurensuche auf dem Bergbaupfad oder mit thematischen Führungen verbinden und so die historische Kontinuität lebendig machen. Perspektivisch soll zudem geprüft werden, ob ein ehemaliger Bergwerksstollen museal begehbar gemacht werden kann.

 

Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Perry Metten-Golly würdigt ausdrücklich das ehrenamtliche Engagement. Den für das Bergbaumuseum aktiven Bürgerinnen und Bürgern um Herrn Sascha Schupp gelte besonderer Dank, denn mit großem Einsatz engagierten sie sich für den Erhalt und den Ausbau des Museums im Ortsteil.

 

Um die nächsten Schritte vorzubereiten, schlägt die SPD vor, für die Planung und Konzeptentwicklung des Bergbaumuseums Friedrichssegen im Haushaltsjahr 2026 einen Betrag von 10.000 Euro in den städtischen Haushaltsentwurf aufzunehmen. Damit sollen die notwendigen Grundlagen geschaffen werden, um das Museum zukunftsfähig weiterzuentwickeln.

 

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